Das Trinken von grünem Tee kann helfen, den Blutdruck leicht zu senken und das Risiko für Herzinfarkt, Herzerkrankungen und Schlaganfall zu reduzieren. Er liefert antioxidative Verbindungen, die die Blutgefäße entspannen und so die Herz-Kreislauf-Gesundheit unterstützen.
Grüner Tee kann den Blutdruck senken
Ein normaler Blutdruck liegt unter 120/80 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Wenn Sie unter Bluthochdruck leiden, kann bereits eine Senkung um 5 mmHg das Schlaganfallrisiko um 34 % und das Risiko für Herzerkrankungen um 21 % reduzieren.
Studien zeigen, dass grüner Tee sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck senken kann:
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Systolischer Blutdruck: Der obere Wert, der den Druck in den Arterien beim Herzschlag angibt
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Diastolischer Blutdruck: Der untere Wert, der den Druck zwischen zwei Herzschlägen beschreibt
Bei gesunden Menschen ergaben Studien folgende durchschnittliche Senkungen:
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Systolisch: –2,99 mmHg
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Diastolisch: –0,95 mmHg
Bei Menschen mit Bluthochdruck fiel der Effekt teilweise stärker aus:
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Systolisch: –4,81 mmHg
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Diastolisch: –0,98 mmHg
Allerdings sind die Studienergebnisse insgesamt nicht einheitlich, und nicht jede Untersuchung kommt zu denselben Resultaten.
Welche Bestandteile im grünen Tee beeinflussen den Blutdruck?
Forschende gehen davon aus, dass grüner Tee seinen blutdrucksenkenden Effekt vor allem den Catechinen verdankt. Dabei handelt es sich um antioxidative Pflanzenstoffe wie Epigallocatechingallat (EGCG).
Diese Catechine können den Blutdruck auf mehrere Arten beeinflussen:
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Schutz vor oxidativem Stress
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Verringerung von Entzündungen in Venen und Arterien
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Hemmung der Thrombenbildung (Blutgerinnsel)
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Verbesserung der Endothelfunktion (Innenwand der Blutgefäße)
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Förderung der Stickstoffmonoxid-Produktion und damit Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation)
Wie schnell zeigt sich eine Wirkung?
Es gibt keinen festen Zeitraum, nach dem grüner Tee den Blutdruck senkt. Die vorhandenen Daten deuten jedoch darauf hin: Je länger er regelmäßig getrunken wird, desto größer ist der Effekt.
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Drei Monate: Eine Übersichtsarbeit zeigte, dass der Blutdruck nach drei Monaten sank. Längere Zeiträume führten zu stärkeren Effekten.
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Drei bis 16 Wochen: Eine weitere Analyse fand unterschiedliche Blutdrucksenkungen in diesem Zeitraum und betonte die Notwendigkeit langfristiger Studien.
Vier Wochen: In einer kürzeren Studie sank nur der systolische, nicht jedoch der diastolische Blutdruck. Eine längere Einnahme hätte möglicherweise stärkere Effekte gezeigt.
Wie viel grüner Tee ist sinnvoll?
Eine optimale Tagesmenge wurde bislang nicht eindeutig festgelegt. In Studien zeigten sich Effekte bei einer Aufnahme von etwa einer halben Tasse bis zu mehr als fünf Tassen pro Tag.
In einer Langzeitstudie hatten Menschen, die über zehn Jahre hinweg zwei oder mehr Tassen grünen Tee täglich tranken, einen niedrigeren Blutdruck und ein geringeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben.
Hat entkoffeinierter grüner Tee die gleiche Wirkung?
Theoretisch sollte entkoffeinierter grüner Tee einen ähnlichen Effekt auf den Blutdruck haben wie die koffeinhaltige Variante. Bisher gibt es jedoch keine direkten Vergleichsstudien.
Da Koffein eher mit einem Anstieg des Blutdrucks in Verbindung gebracht wird, gehen Wissenschaftler davon aus, dass die positiven Effekte von grünem Tee hauptsächlich auf die Catechine zurückzuführen sind – nicht auf das Koffein.
Eine Übersichtsarbeit, die koffeinhaltige und entkoffeinierte Grüntee-Extrakte verglich, fand keinen Unterschied in der Wirkung auf den Blutdruck.
Andere Tees bei Bluthochdruck
Auch andere Teesorten können den Blutdruck positiv beeinflussen:
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Matcha: Diese Form von grünem Tee enthält besonders viele Catechine und könnte den Blutdruck möglicherweise stärker senken als herkömmlicher grüner Tee.
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Schwarzer Tee: Wird aus derselben Pflanze hergestellt wie grüner Tee, ist jedoch fermentiert. Er kann den Blutdruck senken, allerdings meist weniger stark.
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Hibiskustee: Auch als Sauertee bekannt, wird aus getrockneten Hibiskusblüten zubereitet und hat in Studien eine blutdrucksenkende Wirkung gezeigt.
Mögliche Nebenwirkungen von grünem Tee
Einige Menschen reagieren empfindlich auf das enthaltene Koffein. Bei übermäßigem Konsum können auftreten:
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Nervosität oder Angstgefühle
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Einschlaf- oder Durchschlafprobleme
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Kopfschmerzen
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Herzklopfen
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Erhöhter Blutdruck
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Erhöhte Herzfrequenz
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Zittriges Gefühl
Übelkeit oder Magenbeschwerden
Wer vorsichtig sein sollte
Grüner Tee gilt allgemein als sicher. Dennoch sollten Schwangere und Stillende – wie bei allen koffeinhaltigen Getränken – ihren Konsum einschränken.
Grüntee-Extrakte in Form von Kapseln oder Tabletten enthalten sehr hohe Konzentrationen der Wirkstoffe und bergen mehr Risiken als das Getränk selbst. Sie können mit bestimmten Medikamenten (auch Blutdruckmedikamenten) wechselwirken und in seltenen Fällen sogar Leberschäden verursachen.
Sprechen Sie daher unbedingt mit einer Ärztin oder einem Arzt, bevor Sie Grüntee-Extrakte oder entsprechende Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.